Kategorie: guten tag

Das Sterbewerk*_Episode #031 ‘Das Leben und der Tod – Eine Parabel’

“Aus dem Leben eines Taugewas –
Die un.heimlichen Geschichten des Gordon Blö”

(Eine Parabel, nacherzählt aus der Erinnerung an eine in Kabelsketal gehörte Geschichte, frei nach Marie-Luise Kaschnitz „Das Leben“ – wahrscheinlich!)

Es war in jenem stillen Abschnitt des Jahres, in dem selbst die Straßen erschöpft wirken. Der Regen hing tagelang über der Stadt wie ein graues Tuch, und die Menschen gingen mit gesenkten Köpfen, als wollten sie vermeiden, vom Himmel erkannt zu werden.
Im vierten Stock eines alten Hauses saß ein Mann am Fenster und wartete auf den Tod.
Er hatte keinen Abschiedsbrief geschrieben. Keine letzte große Geste vorbereitet. Kein Drama. Dafür war er zu müde geworden.
Die Müdigkeit war nicht plötzlich gekommen. Sie war langsam in ihn eingesickert, über Jahre hinweg, wie Wasser durch einen feinen Riss im Gemäuer. Erst hatte sie nur seine Freude gedämpft. Dann seine Hoffnung. Schließlich selbst die Erinnerung daran, dass Hoffnung einmal selbstverständlich gewesen war.
An diesem Abend saß er im Halbdunkel seines Zimmers. Die Lampe hinter ihm war ausgeschaltet. Nur das fahle Licht der Straßenlaterne lag wie kalter Staub über den Möbeln. Auf dem Tisch stand eine Tasse Tee, längst erkaltet. Er wartete, nicht ungeduldig oder ängstlich. Einfach bereit.
Draußen fuhr gelegentlich ein Auto vorbei. Irgendwo lachte jemand auf der Straße, kurz und hell, dann war wieder Stille. Der Mann dachte: So klingt also eine Welt, die ohne mich weiterläuft. Und seltsamerweise empfand er darüber keinen Schmerz mehr.

Kurz vor Mitternacht klopfte es an der Tür. Ein einziges, ruhiges Klopfen. Der Mann hob den Blick kaum. „Offen“, sagte er. Die Tür ging auf. Doch es war nicht der Tod. Eine Frau trat ein. Sie war weder jung noch alt. Nicht auffallend schön, und doch schien der ganze Raum plötzlich heller zu werden, seit sie darin stand. Sie trug einen dunklen Mantel, von dessen Schultern noch Regentropfen fielen.
„Ich hoffe, ich störe nicht“, sagte sie. Der Mann musterte sie schweigend.
„Wer sind Sie?“ Sie lächelte leicht. „Ein alter Bekannter.“ Ohne Einladung setzte sie sich ihm gegenüber an den Tisch. Ihre Bewegungen hatten etwas Vertrautes. Als wäre sie hier schon oft gewesen. Sie betrachtete die kalte Tasse Tee. „Du solltest ihn warm trinken.“ Der Mann antwortete nicht. Die Frau nahm die Tasse in beide Hände. Einen Moment später stieg wieder Dampf daraus auf. Der Mann runzelte die Stirn. „Ein Trick?“ „Vielleicht.“ Sie schob ihm die Tasse hin. Er trank nicht.

Eine Weile sagte keiner etwas. Der Regen schlug leise gegen die Fensterscheiben. Dann begann die Frau zu sprechen. Sie drängte nicht, predigte nicht, sie sprach ruhig. Sie erzählte ihm vom Meer. Von jenem Gefühl, nachts am Strand zu stehen, wenn der Wind salzig riecht und die Wellen im Dunkeln leuchten wie atmende Tiere. Sie erzählte von Sommern, die plötzlich zurückkehren, sobald man irgendwo den Duft von heißem Asphalt und Sonnencreme riecht. Von der ersten Sekunde nach einem Kuss. Von Musik, die man zufällig hört und die einem unvermittelt das Herz aufbricht. Von schlafenden Kindern im Auto. Von Gesprächen um drei Uhr morgens. Von warmem Brot. Von dem ersten tiefen Atemzug nach einer langen Krankheit. Von der Erleichterung nach Angst. Von Händen, die bleiben.

Der Mann hörte schweigend zu. Und während sie sprach, schien sich etwas im Zimmer zu verändern. Die Luft wurde wärmer. Der Regen draußen klang plötzlich weich. Irgendwann meinte der Mann sogar, den Duft von Kaffee wahrzunehmen. Frischen Kaffee. Und für einen winzigen Moment erinnerte er sich daran, wie es gewesen war, morgens glücklich aufzuwachen. Die Frau sah ihn an. „Es gibt noch so vieles.“ Der Mann lächelte schwach, traurig. „Ja“, sagte er leise. „Das sagst du immer.“

Zum ersten Mal schwieg die Frau. „Du erkennst mich also.“ „Natürlich.“ Sie lehnte sich zurück. „Und wer bin ich?“ Der Mann sah hinaus zum Fenster, wo der Regen silbern durch das Licht fiel. „Du bist das Leben.“ Die Frau antwortete nicht. Das musste sie auch nicht. Der Mann schloss kurz die Augen. „Immer wenn Menschen gehen wollen“, sagte er müde, „kommst du noch einmal vorbei.“ Die Frau betrachtete ihn aufmerksam. „Und manchmal bleiben sie.“ „Ja.“ „Manchmal reicht eine einzige Erinnerung. Oder ein Mensch. Oder ein Morgen.“ „Ja.“ „Warum nicht bei dir?“ Der Mann atmete langsam aus. „Weil ich dich kenne.“ Die Frau legte den Kopf schief. „Das klingt bitter.“ „Nein“, sagte er. „Eigentlich nicht.“

Er sah sie nun direkt an. „Früher hätte ich geglaubt, du wärst grausam. Heute denke ich nur, dass du verzweifelt bist.“ Zum ersten Mal zeigte sich ein Schatten in ihrem Gesicht. „Verzweifelt?“ „Natürlich.“ Der Mann lächelte matt. „Du willst immer behalten. Um jeden Preis.“ Die Frau stand auf und ging langsam durch das Zimmer. Ihre Finger glitten über Bücher, über die Rücken der Stühle, über den Fenstersims. „Ist das falsch?“ „Nein.“  Sie blieb am Fenster stehen. „Du hast mich einmal geliebt.“ Der Mann lachte leise. „Ja. Sehr sogar.“ Und plötzlich erinnerte er sich. Nicht gezwungen. Nicht künstlich. Erinnerungen kamen wie vorsichtige Tiere aus dem Dunkel. Ein Sommertag am Fluss. Der Geruch nasser Erde nach Gewitter. Die Frau, die er beinahe geheiratet hätte. Nächte voller Zukunft. Das Gefühl, unsterblich zu sein.

Er schloss die Augen, und für einen Moment schmerzte alles wieder wunderschön. Die Frau bemerkte es. „Siehst du?“, flüsterte sie. Der Mann nickte langsam. „Ja. Genau deshalb.“ „Deshalb?“ „Das ist dein größter Trick.“ Sie runzelte die Stirn. „Welcher?“ „Dass du schön bist.“ Stille. Der Regen draußen hatte aufgehört. Nun hörte man nur noch das ferne Rauschen der Stadt.

„Wenn du grausam wärst“, sagte der Mann, „würde niemand bleiben wollen. Aber du gibst gerade genug Licht, gerade genug Nähe, gerade genug Hoffnung, damit Menschen immer wieder weitermachen.“ Die Frau sah ihn lange an. „Und du findest das falsch?“ Der Mann dachte nach. Dann schüttelte er langsam den Kopf. „Nein. Ich glaube nur, dass ich müde bin.“ Die Frau setzte sich wieder. „Müdigkeit vergeht.“ „Nicht diese.“ Sie schwieg. Der Mann bemerkte plötzlich, wie traurig sie aussah.Wie jemand, der dieselbe Bitte seit Anbeginn der Zeit ausspricht und doch nie sicher ist, ob sie erhört wird.

„Du willst mich retten“, sagte er. „Ja.“ „Warum?“ Die Frau antwortete erst nach langer Zeit. „Weil jedes verlorene Leben mich kleiner macht.“ Der Mann sah sie erstaunt an. Sie lächelte schwach. „Das verstehen die Menschen nie. Sie glauben immer, ich sei unendlich.“ „Bist du das nicht?“ „Nein.“ Ihre Stimme war nun sehr leise. „Ich existiere nur in denen, die mich tragen.“ Der Mann blickte auf seine Hände. Alt und müde geworden. „Und wenn niemand mehr leben will?“ „Dann verschwinde ich.“

Die Worte blieben lange zwischen ihnen stehen. Schließlich fragte der Mann: „Hast du Angst davor?“ Die Frau antwortete sofort. „Ja.“ Zum ersten Mal empfand er Mitleid mit ihr. Mit dem Leben selbst. Mit dieser uralten Kraft, die jeden Morgen aufs Neue Menschen überredete weiterzumachen. Die Kinder lachen ließ. Liebende zusammenführte. Verwundete heilte. Verzweifelte tröstete. Und die doch gegen etwas kämpfen musste, das immer gewann. „Du kannst nicht siegen“, sagte der Mann sanft. „Ich weiß.“ „Warum versuchst du es dann immer weiter?“ Da lächelte sie plötzlich. Ein echtes, warmes Lächeln. „Weil ich manchmal doch gewinne.“ Der Mann dachte an all die Menschen, die morgens entgegen aller Vernunft wieder aufstanden. An jene, die nach Verlust weiterliebten. An Kranke, die weiteratmeten. An Gebrochene, die lachten. Und er verstand. Das Leben gewann nie endgültig. Aber oft genug.

Die Frau stand auf. „Komm“, sagte sie leise. „Nur noch ein bisschen.“ Der Mann schloss die Augen.Wie gern er geblieben wäre. Das überraschte ihn selbst. Nicht aus Angst vor dem Tod. Sondern weil plötzlich wieder Schönheit im Raum war. Weil er wieder fühlen konnte. Weil das Leben ihm noch einmal alles zeigte, was es konnte. Der Duft von Regen. Warme Haut. Musik hinter einer Tür. Wintersonne auf Bettwäsche. Das Zittern vor Glück. Das stille Atmen eines Menschen neben einem. Der erste Frühlingstag. All das stand plötzlich zwischen ihnen.

Die Frau trat näher. „Du musst noch nicht gehen.“ Der Mann sah sie lange an. Dann fragte er: „Wenn ich bleibe … verschwindet die Müdigkeit dann?“ Die Frau antwortete nicht. Und genau darin lag die Antwort. Langsam nickte der Mann. „Siehst du“, sagte er ruhig. „Deshalb erkenne ich dich.“ Die Frau senkte den Blick. Er sprach nun freundlich, beinahe zärtlich: „Du bietest Schönheit an. Aber keine Ruhe.“

Quelle

KI-generiert

Draußen begann irgendwo ein Vogel zu singen, viel zu früh für den Morgen. Die Frau stand reglos. Dann fragte sie: „Und was findest du beim Tod?“ Der Mann dachte lange nach. „Ich weiß es nicht.“ „Und trotzdem willst du gehen?“ Er nickte. „Ja.“ „Warum?“ Er sah sie an, müde und klar zugleich. „Weil selbst die Angst vor dem Nichts leichter geworden ist als das Gewicht des Lebens.“ Die Frau schloss die Augen. Der Mann konnte förmlich spüren, wie alt sie war. Älter als jede Sprache. Älter als Erinnerung. Und unendlich einsam. Schließlich ging sie zur Tür. Dort blieb sie noch einmal stehen. „Es tut mir leid“, sagte sie leise. Der Mann lächelte traurig. „Mir auch.“ Sie nickte. Dann öffnete sie die Tür und trat hinaus in den Flur.

Der Mann blieb allein zurück. Seltsamerweise war das Zimmer nun nicht mehr kalt. Er saß still da und hörte seinen eigenen Atem. Eine Minute verging. Vielleicht auch zehn. Dann hörte er draußen leise Stimmen. Als sprächen zwei alte Bekannte miteinander. Danach Stille. Schließlich ein zweites Klopfen. Ganz ruhig. Ganz höflich. Der Mann hob den Kopf.

„Herein.“ Die Tür öffnete sich langsam. Ein Mann trat ein. Schlicht gekleidet mit freundlichen Augen. Tiefe Ruhe breitete sich aus. Der Besucher schloss leise die Tür hinter sich. „Guten Abend“, sagte er. Der Mann nickte. Dann sah er an dem Fremden vorbei hinaus in den Flur. Dort war niemand mehr. Nur das leere Treppenhaus. Er lächelte schwach. „Sie hat dich geschickt.“ Der Fremde nickte. „Ja.“ „Was hat sie gesagt?“ Der Fremde antwortete nach kurzem Schweigen: „Sie sagte: Du kannst jetzt hochgehen. Er ist bereit.“

Der Mann atmete langsam aus. Und zum ersten Mal seit vielen Jahren fühlte sich nichts in ihm mehr schwer an.

Wie geht die tatsächliche Geschichte? Und wie geht sie aus?
Hat jemand einen Hinweis auf den Ursprung und kann es mir sagen? Ich wäre sehr dankbar,
Denn den Faden zu Marie-Luise Kaschnitz konnte ich noch nicht spinnen.

© Casus. 2026

SOS auf El Amal – das Making-of

Warum und vor allem wie ein Buch schreiben?

Diese Frage habe ich 45 Jahre mit mir herumgetragen. Eigentlich völlig unnötig, denn beantwortet war sie schon genauso lange. Natürlich schreibe ich dieses Buch. Es existiert ja längst – seit Jahrzehnten in meinem Kopf. Und immer wieder kam ein weiteres Puzzlestück hinzu.
Am Anfang stand eine Bildersammlung. Damals habe ich spiegelreflexfotografiert. Später entstand eine Datensammlung, damit in den dunklen Wirrungen meines Gedächtnisses nichts verloren geht. Es folgte eine SVCD, die bereits den Untertitel des späteren Buches trug. Überhaupt stand der Titel dieses irgendwann einmal entstehenden Buches von Anfang an fest.
Schließlich schrieb ich sogar einen Ausblick auf das fiktive Buch für mein 2008/2009 erschienenes Online-Magazin FROM.
Der letzte Auslöser, endlich anzufangen, war eine DVD, die neulich auf einem bunten Zeitschriftenheftchen klebte. Darauf: der DEFA- beziehungsweise DDR-Fernsehfilm “Fischzüge“, gedreht auf meinem Stammschiff ROS 308 “Walter Dehmel”. In diesem Moment wurde mir klar: jetzt oder nie!
Also begann ich, einfach loszuschreiben. Und sofort stellte sich die nächste Frage: Wer will die Geschichten eines einsamen Seemanns lesen? Die langen, oft eintönigen Tage auf See, fast ein halbes Jahrhundert zurückliegend?
Doch auch diese Frage war längst beantwortet: Ich selbst.

Dieses Buch ist zunächst ein Buch für mich. Eine Übertragung aus den Windungen des Gedächtnisses aufs Papier. Vielleicht eine Art Palimpsest – etwas, das überschrieben wird und dabei dennoch Spuren des Alten bewahrt. Die Geschichte schreibt zurück!
Damit war die erste Frage geklärt. Die nächste lautete: Wie schreibt man so etwas?
Auch darauf schien es nur eine Antwort zu geben: einfach anfangen. Der Rest ergibt sich unterwegs. Mit dem Untertitel “Ein Märchenbuch für Erwachsene” habe ich die Richtung vorgegeben. Es soll kein Logbuch werden und keine minutiös genaue Abfolge aller Ereignisse. Ich nehme mir erzählerische Freiheiten heraus, verdichte oder dehne Situationen, nicht beliebig, doch aber nach Gefühl und Erinnerung.
Und dann lag plötzlich ein Vorwort vor mir. Noch auf Papier geschrieben. Und dieses Vorwort schien mich förmlich anzuschreien: Mach weiter.
Trotzdem zögerte ich. Ich nahm die ersten Zeilen und gab sie in eine Suchmaschine ein. Ich wollte wissen, ob es etwas Vergleichbares bereits gibt. Offenbar nicht.
Also stellte ich eine weitere Frage: Was denken Maschinen darüber?
Zuerst bluffte mich die KI an. Sie erklärte, sie sei nur meine persönliche Version und keine Maschine, könne aber viel mehr. Also ließ ich sie machen. Sie korrigierte zunächst Rechtschreibung und Grammatik, anschließend schlug sie stilistische Änderungen vor. Da ich vermutlich keinen späteren Lektor haben werde, nahm ich einiges davon an.
Dann ließ ich meinen ursprünglichen Text von einem KI-Checker prüfen. Ergebnis: 60 Prozent angeblich KI-generiert. Dasselbe mit der überarbeiteten KI-Version: 100 Prozent!
Gut, dachte ich, war wohl zu erwarten.
Inzwischen habe ich akzeptiert, dass manche Formulierungen eben so und andere anders bewertet werden. Ich habe ohnehin nicht vor, einen Roman mit endlosen Passagen über zwanzigtägigen Schiffsalltag zwischen bemerkenswerten und weniger bemerkenswerten Wellenbergen zu schreiben. Die Leerstellen dazwischen möchte ich eher auslassen.
Ein Beispiel gefällig? Übergeredet.

Bleiben wir beim Vorwort. Die erste, fast unveränderte Version hat es ins Büchlein geschafft.
(Zitat)
Das Echo der fernen See
Es gibt Geräusche, die verlässt man nie ganz. Wenn man einmal das rhythmische Schlagen der Kurzwellensignale im Kopfhörer hatte, dieses trockene Klacken der Morsetaste und das tiefe, grollende Dröhnen eines Zweitakt-Dieselmotors, der sich durch die Dünung des Nordatlantiks stemmt, dann wird die Stille an Land zu einer Fremde.
Der Titel dieses Buches, SOS auf El Amal, mag wie der Name eines Schiffsunglücks klingen, wie ein Schrei nach Hilfe in dunkler Nacht. Und tatsächlich verbirgt sich dahinter ein Moment vor der Küste Marokkos, vierzehn Tage unter gleißender Sonne, die sich wie eine Ewigkeit in das Gedächtnis des Erzählers brannte Doch bevor wir an jene Küsten gelangen, müssen wir den Horizont erst einmal in seiner Gänze vermessen.
Diese Geschichte ist kein klassisches Logbuch. Es ist die Reise eines Mannes, der auszog, um die Wellen zu zählen, und am Ende die Tiefe der menschlichen Seele fand. Über zehn Jahre verbrachte er auf den Planken der großen Fischereischiffe, jenen schwimmenden Fabriken aus Stahl, die in der DDR der 80er Jahre Symbole für Stolz, Devisen und die einzige greifbare Freiheit waren. Es ist eine Route, die auf den Seekarten der Welt wie ein nervöses Zickzack-Muster wirkt: Sie beginnt an der “Roten Linie“ im eisigen Murmansk, führt durch das tobende Nordmeer, vorbei an den schroffen Klippen der Färöer und den nebelverhangenen Fanggründen vor Schottland. Sie überquert den tobenden Nordatlantik bis hin zu den legendären Grand Banks vor Neufundland, wo der Nebel so dick ist, dass man ihn mit dem Messer schneiden kann.

(Zitatende)

Doch auch ein zweiter Versuch wurde als weniger menschliche Schreibweise anerkannt.
(Zitat)
Das Echo der fernen See
Manche Geräusche vergisst man nie. Wer einmal das rhythmische Pochen der Kurzwellensignale im Kopfhörer gehört hat, das trockene Klicken einer Morsetaste und das dumpfe Dröhnen eines Zweitakt-Dieselmotors, der sich durch die Wellen des Nordatlantiks arbeitet, dem erscheint die Stille an Land irgendwann fremd.
Der Titel dieses Buches, SOS auf El Amal, klingt zunächst wie der Bericht über ein Schiffsunglück – wie ein Hilferuf aus dunkler Nacht auf offener See. Tatsächlich steckt dahinter ein Erlebnis vor der Küste Marokkos: vierzehn Tage unter erbarmungsloser Sonne, die sich tief in die Erinnerung des Erzählers eingebrannt haben. Doch bevor diese Küste erreicht wird, beginnt die Reise viel früher.
Dieses Buch ist kein gewöhnliches Logbuch. Es erzählt von einem Mann, der hinausfuhr, um auf See zu arbeiten, und dabei mehr über Menschen lernte als über den Ozean selbst. Über zehn Jahre verbrachte er auf den großen Fischereischiffen der DDR – schwimmende Stahlkolosse, zugleich Arbeitsplatz, Heimat auf Zeit und für viele Seeleute ein Stück Freiheit.
Die Route führt quer über den Nordatlantik und wirkt auf der Karte wie eine unruhige Linie zwischen den Fanggebieten der Welt. Sie beginnt im eisigen Murmansk an der „Roten Linie“, führt durch die raue See des Nordens, vorbei an den Färöern und den nebeligen Gewässern vor Schottland. Von dort geht es weiter über den Atlantik bis zu den legendären Grand Banks vor Neufundland, wo der Nebel manchmal so dicht ist, dass man glaubt, ihn greifen zu können.

(Zitatende)

Ein dritter Versuch erhält gar die höchste KI-Einstufung.
(Zitat)
Das Echo der fernen See
Es gibt Geräusche, die bleiben einem ein Leben lang im Kopf. Wer einmal nachts am Funk gesessen hat, das gleichmäßige Tacken der Morsezeichen im Kopfhörer hörte und darunter das tiefe Brummen eines alten Zweitakt-Diesels, der vergisst das nicht mehr. Nach Jahren auf See fühlt sich selbst die Ruhe an Land irgendwann ungewohnt an.
Der Titel “SOS auf El Amal” klingt nach Seenot, nach einem letzten Funkspruch irgendwo draußen im Dunkeln. Und ja – vor der marokkanischen Küste gab es diesen einen Einsatz, vierzehn Tage unter gnadenloser Sonne, der sich bis heute ins Gedächtnis eingebrannt hat. Aber die eigentliche Geschichte beginnt lange davor.
Dieses Buch ist kein trockenes Bordtagebuch. Es erzählt vom Alltag auf den großen Fischfangschiffen der DDR in den achtziger Jahren. Zehn Jahre lang war der Erzähler auf diesen Schiffen unterwegs – schwimmende Fabriken aus Stahl, eng, laut und oft wochenlang fern von jedem Hafen. Für viele bedeutete diese Arbeit harte Knochenarbeit, aber auch ein Stück Freiheit, das es an Land kaum gab.
Die Fahrten führten durch fast den ganzen Nordatlantik: hinaus nach Murmansk, durch die kalte See im Norden, vorbei an den Färöern und den Fanggebieten vor Schottland. Später ging es weiter bis zu den Grand Banks vor Neufundland. Dort hing der Nebel manchmal so dicht über dem Wasser, dass man das Gefühl hatte, die Welt endet ein paar Meter hinter der Reling.

(Zitatende)

Ein wenig genervt mach ich mich an einen letzten Test, weniger Dramatik, kaum Erhöhungen, eher Plappern als Erzählen. Überhaupt nicht mein Ding …
(Zitat)
Man gewöhnt sich an vieles auf See, aber manche Geräusche vergisst man nie. Das Klacken der Morsetaste gehörte dazu, genauso wie das dumpfe Brummen der Dieselmotoren, das Tag und Nacht durchs Schiff ging. Nach Monaten auf Fangfahrt kam einem die Ruhe an Land manchmal seltsam vor.
Der Titel “SOS auf El Amal” erinnert an einen Notruf – und tatsächlich gab es vor der Küste Marokkos einen Einsatz, den der Erzähler nie vergessen hat. Vierzehn Tage in Hitze, Stress und Unsicherheit. Doch die eigentliche Geschichte beginnt viel früher.
Über zehn Jahre arbeitete er auf Fischereischiffen der DDR. Die Schiffe waren laut, eng und ständig in Bewegung. Gefahren wurde überall dort, wo Fanggründe lagen: im Nordmeer, bei den Färöern, vor Schottland und später auch draußen vor Neufundland. Dort konnte der Nebel so dicht werden, dass man manchmal kaum das eigene Vorschiff erkannte.

usw.
(Zitatende)
Diese eher ruhige Schreibweise erreicht zum Dank schließlich die höchste KI-Bewertung!
Ich gebe auf. Und akzeptiere.
Am Ende lass ich die Rechtschreibung und Grammatik ohnehin maschinell überprüfen. Mit dem Ergebnis, dass sich trotzdem Fehlerchen einschleichen.
In den 80ern, dort spielen die Geschichten, gab es keine KI. Alles muss man ihr beibringen! Sie ist nicht zu beneiden. Die, die keine Maschine sein möchte!

Das Büchlein liegt nun vor. Ein zweiter Teil folgt.
Altmodisch geschrieben, modern überprüft.
“SOS auf El Amal – Ein Bilderbuch für Erwachsene“

© Casus. 2026

Flori und Flämmchen auf Harzreise

(nicht nach Heinrich Heine)

Flori und Flämmchen auf Harzreise

Im Harz, im Moos, beim Silberquell,
zog Flori durch den Buchenhain,
mit Flämmchen, zart und blitzeklein,
ihr Fleckenkleid war goldig hell.

Sie krochen leis am Bach entlang,
durch nasses Laub und Wurzelstein,
der Regen sang im Tannenschein,
dazu der Wasserfäden Klang.

Am Hang stand eine Buche alt,
so hoch, als trüg sie Wolken sacht,
dort hielten beide Rast zur Nacht,
im grünen, kühlen Bergeswald.

Da glomm der Abend weich und rot,
ein Kauz flog über Fels und Kluft,
es duftete nach Harz und Luft,
nach Erde, Regen, Moos und Brot.

Herr Flori sprach: „Wie schön die Welt,
wenn man gemeinsam Wege find’t,
und selbst der wilde Brockenwind
uns leuchtet wie ein Sternenzelt.“

So wandern sie wohl immerzu,
durch Harz und Nebel, Bach und Stein,
stets Flori mit dem Flämmchen sein,
und nachts deckt sie der Waldfarn zu.

© Casus. 2026

Fotos:

Casus, 7. Mai 2026

Im Namen des Sports. Oder?

Aus aktuellem Anlass…

Einhergehend mit der Handball-Saison 2025/26 wurde es plötzlich gesellschaftsfähig, mit enorm fließenden Steuergeldern punktuell in das Sport-Sponsoring einzugreifen. Dass dies rechtlich und ge-rechtlich nicht ganz so einfach ist und erst recht nicht sein dürfte, habe ich ja schon mehrfach angesprochen. Jetzt endlich habe ich mich aber ein wenig tiefgründiger mit der Problematik befasst, entsprechende Quellen gesucht und gefunden und werde es – komplett aus meiner Sicht – nachfolgend etwas genauer auseinandernehmen und versuchen, zu analysieren.
Ich beschränke mich dabei vorerst auf das steuerfinanzierte Sponsoring der Handballmannschaften des SC Magdeburg (Bundeswehr-Sponsor) und der Füchse Berlin (Bundespolizei-Sponsor).

Rechtlich vs. gerecht
Rechtlich gesehen darf der Bund Profisport natürlich fördern, etwa über Sonderprogramme oder Infrastruktur, solange verschiedene Kriterien eingehalten werden, wie Transparenz, Beihilferecht, Zweckbindung. Ein Gerechtigkeitsproblem entsteht, wenn einzelne Klubs direkt profitieren, andere aber mit denselben strukturellen Kosten (Kader, Reisen, Hallenmieten usw.) ausschließlich auf Sponsoren und Zuschauer angewiesen sind.

Wie werden diese Bundesmittel begründet?
Übliche Begründungen für Bundesmittel sind z.B.
„Systemrelevanz“: Profisport als Wirtschaftsfaktor, als Identifikationsanker, als TV-Produkt. So wurden auch Corona-Hilfen für Profivereine begründet.
„Besondere Lage“: z.B. Integration eines ukrainischen Vereins in deutsche Ligen oder Standortsicherung. Derartige Fälle wurden politisch diskutiert und begründet.
Nachwuchs- und Strukturförderung: Es gibt Programme, die ligaweit ausgeschüttet werden (z.B. Ausbildungsbonus, Move-Your-Sport-Mittel). Da wirken Bundes-/Mediengelder relativ solidarisch.

Wo jedoch liegt das Problem bei selektiver Förderung?
Wenn zwei Vereine direkt aus dem Bundeshaushalt unterstützt werden, andere aber nicht, hat man de facto einen Wettbewerbsnachteil für alle übrigen Klubs derselben Liga und eine politisch gesetzte Schieflage in einer eigentlich sportlich organisierten Konkurrenz. Mindestens müssten, wenn einzelne Klubs aus besonderen Gründen Geld bekommen (z.B. Standortrettung, Infrastruktur), die Kriterien öffentlich, überprüfbar und grundsätzlich für alle erfüllbar sein.
Wenn also zwei konkrete HBL-Vereine (siehe oben) direkte Bundesmittel für ihren laufenden Profibetrieb erhalten, während alle anderen ihren Etat fast ausschließlich privat stemmen, ist das politisch schwer zu rechtfertigen, außer es handelt sich um klar definierte Sonderfälle, wie Pilotprojekte, Standortförderung mit offenem Zugang usw.

Wie ist die Lage konkret?
Beim SC Magdeburg gibt es eine Kooperation mit der Bundeswehr, bei der der Standort Gardelegen als Arbeitgeber wirbt, u.a. über Banden, Logo, gemeinsame Aktionen. Das ist formal „Arbeitgebermarketing“ aus dem Verteidigungsetat, erscheint nach außen aber wie klassisches Sponsoring. Dass der Standort Gardelegen gepusht werden soll, habe ich erst bei meinen tiefergehenden Recherchen mitbekommen, offen publiziert wird es scheinbar nicht.
Bei den Füchsen Berlin gibt es eine Partnerschaft mit der Bundespolizei, ebenfalls mit Geld- oder Sachleistungen und Werberechten (Logo, Recruiting-Aktionen etc.), finanziert aus Haushaltsmitteln des Bundesinnenministeriums.
Juristisch werden beide Verträge als Gegengeschäft dargestellt: „Wir zahlen – ihr verschafft uns Reichweite als Arbeitgeber/Behörde.“ Politisch-ethisch bleibt aber: Es sind Steuermittel, die bei zwei Profi­klubs landen, während andere Vereine rein auf private Sponsoren, kommunale Zuschüsse und Zuschauer angewiesen sind.

Warum fühlt sich das un-gerecht an?
Zwei Klubs haben faktisch einen staatlichen Großsponsor, der nicht pleitegehen oder spontan aussteigen wird, während der Rest im normalen Markt um jeden Euro kämpfen muss. Das ist Wettbewerbsverzerrung.
Es ist kein gleichberechtigter Zugang. Ein Verein in Flensburg, Lemgo oder Balingen kann sich nicht „mal eben“ um Bundeswehr- oder Bundespolizei-Gelder bewerben. Solche Deals hängen von Standort, Netzwerken und politischem Willen ab, nicht von sportlicher Leistung.
Es ist eine Vermischung von Aufgaben. Ob es wirklich Kernauftrag von Bundeswehr/Bundespolizei ist, Profi-Handball als Werbefläche zu nutzen, ist politisch umstritten, es gibt ja auch Kritik, wenn Kommunen Profiklubs direkt bezuschussen.

Wie man es fairer organisieren könnte
Klare, veröffentlichte Kriterien: Unter welchen Bedingungen darf eine Bundesbehörde Sponsoring im Profisport betreiben, welche Grenzen (Höhe, Dauer, Anteil am Etat) gelten?
Transparenzpflicht: Alle Beträge, Gegenleistungen und Haushaltstitel müssen öffentlich sein, damit nachvollziehbar bleibt, was ein Verein tatsächlich aus Steuermitteln erhält.
Gleiches Prinzip für alle: Entweder öffnet man solche Programme formal für alle Klubs einer Liga (z.B. als befristete Recruiting-Kampagne der Bundeswehr/Bundespolizei mit klarer Ausschreibung), oder man lässt es komplett und beschränkt sich auf die Förderung einzelner Athleten über Sportfördergruppen.

Wenn es also auch formal als Arbeitgeberwerbung verkauft wird, erleben andere Vereine und wir, die sportbegeisterten Fans, es de facto als staatlich abgesicherten Sponsoringvorteil für ein paar ausgewählte Klubs und das ist im Sinne sportlicher Chancengleichheit schwer zu vermitteln, solange der Zugang nicht transparent und ligaweit prinzipiell offen geregelt ist.

Damit entsteht eine asymmetrische Finanzierung. Zwei Clubs bekommen einen großen, ausfallsicheren staatlichen „Sponsor“, während die übrigen Vereine rein über Privatwirtschaft, Zuschauer, Land/Kommune oder Verbandsausschüttungen gehen müssen. Staatliche Partner fallen nicht durch Insolvenz oder Imagekrisen weg, Verträge werden meist über mehrere Jahre geschlossen und aus stabilen Haushaltstiteln bedient. Diese kalkulierbare Einnahme erhöht die Planungssicherheit (Kader, Infrastruktur, Staff), was sportlich relevant ist, weil Gehaltsbudgets und Professionalität der Strukturen über die Wettbewerbsfähigkeit entscheiden. Für andere Klubs bedeutet das: Sie müssen denselben Kostendruck über riskantere Sponsorengelder ausgleichen – ein struktureller Nachteil bei Transfers, Vertragslaufzeiten und Nachwuchsaufbau.

Außerdem muss beachtet werden
„Bundeswehr-Partner“ oder „Bundespolizei-Partner“ zu sein, wirkt nach außen wie ein staatliches Gütesiegel – das kann weitere Sponsoren, öffentliche Förderer und Medienaufmerksamkeit anziehen. So etwas nenne ich „Doping mit Staatsgeld“. Würde ein Verein seine Gehälter illegal aus öffentlichen Töpfen subventionieren, wäre das ein Skandal, bei legalem Behörden‑Sponsoring ist die Wirkung ähnlich, aber juristisch gedeckt. Kurz gesagt, auch wenn formal eine Gegenleistung (Werbewert) erbracht wird, ist der Zugang zu dieser Form von Steuergeld faktisch selektiv und damit wettbewerbsverzerrend.

Es gibt ein weiteres Problem
Sport‑Sponsoring der Bundeswehr ist eine Rekrutierungskampagne in eigentlich zivilen Räumen! Wir sollten jedoch weiterhin „militärfreie Stadien“ fordern. Der Sport muss schon oft genug als politisches Druckmittel herhalten und einzelne Sportler werden weltweit diskriminiert, weil die Politik ihres Landes abgelehnt wird.

Fazit
Die Kombination aus selektivem Zugang, haushaltsfinanzierter Planungssicherheit und symbolischem „Staatssiegel“ führt dazu, dass Handballvereine mit Bundeswehr‑ oder Bundespolizei‑Sponsoring realen Wettbewerbsvorteil gegenüber ihren Ligakonkurrenten haben. Aus Expertensicht wäre ein fairer Weg, staatliche Unterstützung konsequent auf transparente Athleten‑ und Infrastrukturförderung umzustellen, Behörden‑Sponsoring entweder klar zu regulieren oder zu beenden und ein Sportfördergesetz zu schaffen, das diese Fragen einheitlich regelt.

Quellen meiner Recherche waren u.a. der Deutschlandfunk, die Sport-BILD, die TAZ, der Dokumente-Server des Bundestags (bundestag.de), der DHB, handballecke.de, rp-online.de, dw.com (Deutsche Welle), die Webseiten des Handballclubs SCM und Füchse Berlin und der Bundespolizei, Spiegel und letztlich die Webseite fragdenstaat.de.
Auf dieser Seite wurde bereits Ende 2025 eine offizielle Anfrage an das Bundespolizeipräsidium (Antwortgeber) gestellt und m.E. nur mäßig bis unzureichend beantwortet. Begründung: Stillschweigevereinbarung! Das korreliert genau mit der oben verlangten Transparenz.
Nachzulesen hier: https://fragdenstaat.de/anfrage/antrag-nach-dem-ifg-sponsoring-der-bundespolizei-bei-den-fuechsen-berlin/

Wer sich tiefer mit der Problematik beschäftigen möchte, kann sich von dieser Seite aus gern weiter durchklicken.

© Casus. 2026