Flori und Flämmchen auf Harzreise

(nicht nach Heinrich Heine)

Flori und Flämmchen auf Harzreise

Im Harz, im Moos, beim Silberquell,
zog Flori durch den Buchenhain,
mit Flämmchen, zart und blitzeklein,
ihr Fleckenkleid war goldig hell.

Sie krochen leis am Bach entlang,
durch nasses Laub und Wurzelstein,
der Regen sang im Tannenschein,
dazu der Wasserfäden Klang.

Am Hang stand eine Buche alt,
so hoch, als trüg sie Wolken sacht,
dort hielten beide Rast zur Nacht,
im grünen, kühlen Bergeswald.

Da glomm der Abend weich und rot,
ein Kauz flog über Fels und Kluft,
es duftete nach Harz und Luft,
nach Erde, Regen, Moos und Brot.

Herr Flori sprach: „Wie schön die Welt,
wenn man gemeinsam Wege find’t,
und selbst der wilde Brockenwind
uns leuchtet wie ein Sternenzelt.“

So wandern sie wohl immerzu,
durch Harz und Nebel, Bach und Stein,
stets Flori mit dem Flämmchen sein,
und nachts deckt sie der Waldfarn zu.

© Casus. 2026

Fotos:

Casus, 7. Mai 2026


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