Die verpasste Revolution. Echte Demokratie. Jetzt!

Hätte, könnte, würde – wären wir nicht rechtzeitig geradeaus abgebogen, es hätte gut passieren können, dass wir sie verpasst hätten. Die Revolution, die friedliche. Die, die bis auf den glücklicherweise spärlichen Waffeneinsatz so überhaupt nicht friedlich verlaufen ist.
Die Köpfe wurden uns gehörig gewaschen, gerüttelt und geschüttelt und irgendwann dann auch vernebelt. Von denen, die das richtige Geld druckten und noch immer drucken.
“Wir wollen die D-Mark” und wir bekamen sie, auch wenn sie heute Euro-Mark heißt. Sie erfüllt noch immer den gleichen Zweck. Sie arbeitet! Sie arbeitet? Na, aber Hallo! Seit wann kann Geld arbeiten? Weder physikalisch betrachtet wird Energie umgesetzt, noch ist es eine betriebswirtschaftliche Komponente der Produkterzeugung, auch philosophisch betrachtet hat Geld nichts mit dem bewussten schöpferischen Handeln der Menschen gemein. Es ist kein Produktionsfaktor, kein Produkt einer Forschungstätigkeit, kein Kunstwerk, kein Nichts. Geld kann also gar nicht arbeiten?
Es kann sich demanch auch nicht vermehren, es sei denn, man hat einen guten Farbkopierer. Aber das wäre ja illegal.
Was also machen die derzeit viel gescholtenen Banken? Sie vermehren Geld. Was nicht geht. Sie vermehren Geld durch den Zinsertrag. Zinsen aber resultieren aus Arbeit, nicht aus dem Geld an sich. Banken und Banker arbeiten jedoch nicht, außer sie nehmen mal einen fabrikneuen Spaten für die Grundsteinlegung einer neuen Bank in die Hand. Banken und Banker lassen arbeiten. Da Geld diese Aufgabe nicht übernehmen kann, müssen du, du, ich und wir alle das für sie erledigen.
Was ist das Überfallen einer Bank gegen das Gründen einer Bank gegen das Retten einer Bank?
Doch genau das wollen jetzt plötzlich viele Menschen dieser weltweit lohnabhängig angestellten Masse nicht mehr, nicht mehr so wie bisher.
Das Verhältnis von Wertschöpfung und Mehrwertaneignung gerät aus dem steuerbaren Ruder. Immer mehr Menschen erwirtschaften für immer weniger immer reichere Eliten immer mehr Geld! Kompliziert? Ja.
Diesen gordischen Knoten zu lösen, gehen die Menschen jetzt auf die Straße. Das Gleichgewicht der kapitalistischen Grundthese “du machst, ich bekomm” gerät aus den Angeln, um es zu kippen gehen die gefühlten 99% (neunundneunzig Prozent) dorthin, wo sie gehört werden, auf die Straßen. “Occupy Wall Street” schwappt über den Teich und lässt auch die Menschen hierzulande nachdenken, was die Welt im Innersten zusammenhält. Die Bankenelite ist es nicht, nicht auf ewig, so scheint es. Die Politik schon lange nicht mehr.
Der Prozess des Nachdenkens, des Wachwerdens, des Widerstandleistens beginnt und wenn wir nicht aufpassen und nicht rechtzeitig die Kurve kriegen, verpassen wir sie, die Revolution, die unsere so schön friedlich eingerichtete Nichtnachdenkfabrik derzeit gewaltig in Aufruhr versetzt.
Zum weltweiten Aktionstag “Echte Demokratie. Jetzt!” sprach ich am 15. Oktober mit Raul und Mike, zwei der Organisatoren der Leipziger Veranstaltung auf dem Augustusplatz.
Am Mendebrunnen stand ein “offenes Mikrofon”, wo jeder, der etwas zu sagen hatte und vielleicht auch noch hat, zu ca. 2.000 Leipzigern und Gästen sprechen konnte.
Hören wir kurz rein und lassen dann die Organisatoren zu Wort kommen.
[podcast] 25 min.
Im Rahmen meiner Sendung memorygigs auf rockradio.de am 8. November wird der podcast aktualisiert und inklusive musikalischer Untermalung ergänzt.
(c)casus. 2011
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Hallo,
wäre es möglich, dass mein Mann und ich dieses Foto zugeschickt bekommen? Wir sind die Abgebildeten. Wäre echt toll!
… na sicher doch, Maria. Einfach rechten Mausklick aufs Bild -> Grafik speichern unter (Platz auf eurer Festplatte angeben), Spaß haben 🙂
lg casus
Hallo Leute ich finde das der Französische Mitstreiter recht hat keine Plattform für Parteien !!!
… da geh ich mit dir mit, Marcus. Allerdings verurteile ich blinden Hass auf Dinge, die wir nie erlebt haben (kommunistische Gesellschaftsorganisation u.ä.) ebenso. Wir sollten uns auf Ziele beschränken, die wir erreichen, nicht welche, die wir verhindern wollen.