»» Der Politische Asche-Mittwoch «« Folge 43 ‘Die zweite Wahl fürs erste Amt’

Zweite Wahl im ersten Amt
Mit zwei Jahren Verspätung wird nun also der ehemlige Stasi-Spitzel-Aufklärungschef und Namensgeber eben dieser Unterlagen-Behörde das sogenannte “höchste Amt” des Staates und gleichzeitig den unbedeutendsten Posten im Lande begleiten.
Ex-Pfarrer Joachim Gauck wird elfter Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland, der dritte in zwei Jahren nach den vorzeitigen Rücktritten von Köhler (Mai 2010) und Wulff (Februar 2012).
Dabei ist “unbedeutend” wohl nicht die treffendste Bezeichnung; Bedeutung kann man auf diesem Sessel durchaus erlangen, wenn auch eher unrühmliche.
“Keine Macht für Niemand” (Rio Reiser/TSS, 1972) soll die Frau im zweiten Amt verlangt haben, sie selbst natürlich ausgenommen – und meinte wohl doch “Macht kaputt, was (uns) kaputt macht” (dito, 1969).
Na, das wird sich sehr bald herausstellen, wer hier wessen Amt beschädigt.
Dabei gab es zweiffellos interessante Pärchen in der Geschichte der Bundespräsidenten und Bundeskanzler Deutschlands.
Theodor Heuss und Konrad Adenauer, der sonor gemütliche und der keinen Streit vermeidende; Heinemann und Brandt, scharfzüngig und selbstbewusst gegen die nüchterne und glaubwürdige Stimme der Vernuft, ein Traumpaar. Weizsäcker, desssen Namen man ohne nachzusehen kaum richtig schreibt und der Pfälzer-Kohl setzten diese Tradition in trauter Ergänzung beliebig fort.
Die Vielmännerei begann erst unter aufgeklärter ostdeutscher Regie, als plötzlich mehrere Herren in ihr Leben, sprich Handwerk, pfuschten. Köhler, Wulff und jetzt noch Gauck. Fortpflanzungsetzung offen.
Interessant wird allerdings sein, wer nach der immer lächelnden Bettina, die jetzt den den Lebensunterhalt im Hause Wulff wieder anschaffen muss (na gut, vielleicht auch nicht), also interessant wird sein, wer nun zur First Lady im Schloss aufsteigt, die Frau oder die Freundin. Wetten werden angenommen. Wetten dass?
„Du sollst dich nicht vor anderen Göttern niederwerfen und dich nicht verpflichten, ihnen zu dienen…” (Exodus 20, Die Zehn Gebote)
Ein schwieriges Unterfangen, denn noch nicht gewählt, hat Herr Gauck bereits dagegen verstoßen und – was noch schwerer wiegt, er hat bereits das erste Statement als Quasi-BP mit einer Lüge begonnen.
Kein einfaches Pokerspielchen also, was auf den (natürlich) früheren Bürgerrechtler Gauck da jetzt zukommt, Soldaten mit ausdrücklicher Zustimmung in die Welt hinauszuschicken (hier das Befürworten des Afghanistaneinsatzes der Bundeswehr) und ansererseits dieses nicht Töten-Lassen-Dürfen.
Es ist und bleibt der halsbrecherische Spaghat zwischen Freundschaftsdienst und Hehlerei, zwischen Liebesheirat und Amtsmissbrauch. Den Kampf kann auch Herr Gauck nicht gewinnen.
Wie laufen sie eigentlich hier um?
[podcast, 3:33min]
Es bleibt kalt im Staate.
Auch wenn die zweite Wahl zur zweiten Wahl für das erste Amt antritt.
(c)casus. 2012
Die Karikatur wurde mir freundlicherweise von Erl zur Verfügung gestellt.
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“Ich liebe nicht dieses Land, ich liebe meine Frau.” (Gustav Heynemann)
Beides behauptet Gauck von sich nicht.
“Mir ist am wichtigsten, dass die Menschen in diesem Land wieder lernen, dass sie in einem guten Land leben, das sie lieben können.” (am 19.02.12 nach seiner Nominierung)