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»» Der Politische Oster-Mittwoch ««­ Folge 48 ‘Grass drüber’

Da hat der alte Mann wieder feinsinniges Gespür zum wohl gerade noch rechten Zeitpunkt in die Medienwelt gestreut.
GG muss niemandem mehr etwas beweisen, er tut es trotzdem. Und genau das zeichnet den Blechtrommler immer wieder aus, genau das unterscheidet ihn von all jenen Widerständlern, die hinter ihren Schreibtischen starke Worte produzieren, die man aber auf der Straße der Einsamkeit vergeblich sucht.
Hut ab Herr Grass!

Dabei sagt er kaum Neues, Unbekanntes – Günter Grass hat nur auf sein Gewissen gehört und auf des Volkes Schnauze geschaut.
Natürlich stellt er das jüdische Volk nicht dem Staat Israel gleich, nirgends verleugnet er den Holocaust und trotzdem warnt er vor der Büchse der Pandora. Diese wird in Tel Aviv geöffnet, nicht im großmäuligen Iran.

Die Schillerschen Glockenworte beschreiben die Situation einer atomaren Offenbarung treffender als jeder aktuelle Versuch:

‘…Da werden Weiber zu Hyänen
Und treiben mit Entsetzen Scherz:
Noch zuckend, mit des Panthers Zähnen,
Zerreißen sie des Feindes Herz.
Nichts Heiliges ist mehr, es lösen
Sich alle Bande frommer scheu;
Der Gute räumt den Platz dem Bösen,
Und alle Laster walten frei.
Gefährlich ist’s, den Leu zu wecken,
Verderblich ist des Tigers Zahn,
Jedoch der schrecklichste der Schrecken,
Das ist der Mensch in seinem Wahn.
Weh denen, die dem Ewigblinden
Des Lichtes Himmelsfackel leihn!
Sie strahlt ihm nicht, sie kann nur zünden,
Und äschert Städt’ und Länder ein
…’

Aus genau diesem Grunde: Nie wieder ‘Gras drüber’ und immer wieder ‘Grass drüber’.
(c)casus. 2012

Ein sehr guter Audio-Beitrag dazu bei KenFM (Verlinkung angefragt):
[podcast, 56:52min]

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Links zum Thema:
Günter Grass ‘Was gesagt werden muss‘ (Das Gedicht im Wortlaut, PDF)
Günter Grass liest sein Gedicht ‘Was gesagt werden muss‘
Günter Grass im Gespräch mit Tom Buhrow

Foto- und Videoquellen: ARD, NDR, SZ, KenFM