Der SC DHfK Leipzig rettet die Handball-Bundesliga!

Es ist ja nicht so, dass es seit einigen Jahren sportlich und ganz offensichtlich auch mental mit dem Männer-Handball-Club von der Pleiße bergabgeht.
Warum? – Naja, ist nicht das ganze Leben ein ständiges Auf und Ab? Ja, ist es, doch im Sport strebt man nach Oben und genau daran hapert es beim Traditionsclub aus Leipzig derzeit gewaltig.

Mit meinen Beiträgen von vor einiger Zeit…
Die KI und der Handball in Leipzig” (“Aufstieg und Fall des Karsten Günther” – Passwort erfragen!) und
Bob Hanning und die Scherbenhaufen
habe ich das Dilemma schon beleuchtet, doch es kam am Ende noch viel schlimmer.
Positiv gesehen: In jedem Ende kann ein Anfang stecken – wenn man nur will und sich auf die Stärken und die starken Menschen im Hintergrund verlässt, statt Selbstherrlichkeit und Ignoranz zu bevorzugen.

Der Retter der Handball-Bundesliga

Als Christian Prokop den Verein verließ, verlassen musste, ge- oder verkauft wurde, konnte der kommende Leidensweg des Clubs bereits erahnt werden. Prokop formte methodisch geschickt und mit enormem Basiswissen die Profi-Handballer in Leipzig zu einem aufstrebenden und stabilen Verein und wurde mitten in der erfolgreichen Umsetzung von seiner Funktion entbunden, das Schicksal nahm seinen Lauf.
Es gibt nicht viel zu sagen, ein Blick auf die Tabelle am 20.11.2025 und rückblickend auf den gnadenlosen Abwärtstrend reicht aus.
Und wer genau wissen will, warum dieser Absturz die Daikin-Handball-Bundesliga der Männer rettet und so manchem Verein ein neues Rückgrat verleiht, der schaut auf die Abgänge nach Prokop (2017), ein handballerischer Aderlass für den SC DHfK Leipzig.
Ganz zu Schweigen von den Meinungen und Äußerungen der betroffenen Spieler, ihren jeweiligen Weggang kommentierend. Kulanterweise hat es der eine oder andere zwischen die Zeilen gepackt (wie Domenico Ebner am heutigen Tag in der Handball-World zitiert).

Die folgende Statistik ist nicht vollständig, aber aussagekräftig!
Alles Gute SC DHfK Leipzig 2 – ach sorri, HC Erlangen!

Aivis Jurdžs (zu Tenax Dobele)
René Villadsen (zu Aarhus Håndbold)
Andreas Rojewski (ohne neuen Vertrag)
Christian Prokop (Trainer zur Nationalmannschaft, später Hannover)
Roman Bečvář (zum HC Empor Rostock)
Tobias Rivesjö (zum HC Erlangen)
Felix Hertlein (zum ASV Hamm-Westfalen)
Sebastian Greß (zum HC Elbflorenz Dresden)
Benjamin Herth (zu Wölfe Würzburg)
Philipp Pöter (zur HSG Wetzlar)
Maximilian Haase (zur TSG A-H Bielefeld)
Lukas Binder (interne Rückkehr nach Leihe, wo ist er im Moment?)
Jens Vortmann (zur SG Flensburg-Handewitt)
Raul Santos (zum VfL Gummersbach)
Franz Semper (zur SG Flensburg-Handewitt, nach Verletzung zurück mit Ausstiegsklausel)
Miloš Putera (zum Wilhelmshavener HV, später zurück als Torwarttrainer)
Maximilian Janke (nach mehreren Jahren im Verein)
Niclas Pieczkowski (nach fünf Jahren, Vertrag wurde nicht verlängert, Ziel unbekannt)
Philipp Weber (verließ den Verein nach Magdeburg)
Jonas Hönicke (wechselte zum HC Elbflorenz Dresden)
Yves Kunkel (wechselte zum TV Emsdetten)
Joel Birlehm (Torwart) – wollte 2023 zu den Rhein-Neckar-Löwen, ging 2022 vorfristig
Daniel Guretzky (Torwart) – Zielverein nicht angegeben, wo ist er?
Luca Hopfmann (Rückraum rechts) – im Dezember 2023 zum EHV Aue
Pascal Bochmann (Torwart) – zum EHV Aue
Mohamed El Tayar (Torwart) – zu HBW Balingen-Weilstetten
Niclas Heitkamp (Rückraum rechts) – zum ThSV Eisenach
Šime Ivić (Rückraum rechts) – zu PAUC Handball (Frankreich)
Lovro Jotić (Rückraum) – zu RK Nexe Našice
Finn-Lukas Leun (Rückraum rechts) – zu Die Eulen Ludwigshafen
Jakob‑Jannis Leun (Rückraum rechts) – zum EHV Aue
Nils Greilich (Außen) – zum HC Elbflorenz Dresden
Patrick Wiesmach (Außen) – zu Aalborg Håndbold
Hendrik Hanemann (Kreisläufer) – zu Eintracht Hildesheim
Maciej Gębala verließ den Verein im Sommer 2024 nach sechs Jahren und wechselte zum HC Erlangen
Viggo Kristjánsson wechselte zur Winterpause 2024/2025 im Austausch mit Stephan Seitz ebenfalls zum HC Erlangen
Stephan Seitz wechselte gleich wieder im Januar 2025 vom SC DHfK zum ThSV Eisenach
Luca Witzke verließ den SC DHfK Leipzig nach sechs Jahren und wechselte zur SG Flensburg-Handewitt
Kristian Saeverås verließ den Verein zum Saisonende 2024/25 (zu Frisch Auf! Göppingen)
Friedrich Schmitt verließ den Verein zum Saisonende 2024/25 (zu Die Eulen Ludwigshafen)
Andri Mar Runarsson kaufte sich frei und wechselte kurz vor dem Vorbereitungsauftakt 2025 zum HC Erlangen
Pascal Bochmann wechselte im Sommer 2024 zum VfL Eintracht Hagen
Oskar Sunnefeldt wechselte im Sommer 2024 zu Frisch Auf! Göppingen
Tim Ruggiero-Matthes ging im Sommer 2024 zum HBW Balingen-Weilstetten
Moritz Strosack wechselte im Sommer 2024 nach einer Saison zur SG BBM Bietigheim
Mika Sajenev wechselte im Sommer 2024 zur HSG Nordhorn-Lingen
Domenico Ebner (der italienische Nationaltorwart) verlängert seinen Vertrag nicht und wechselt zum TBV Lemgo-Lippe
-> und ganz aktuell, während ich diesen Beitrag schreibe, werden Trainer Raúl Alonso und Sportdirektor Bastian Roscheck freigestellt!!! Beide kein halbes Jahr im Amt…

Rund 50 Spieler, viele davon der tragende Kern der Mannschaft.
Falls Fehler drin sind, teilt es mir gern mit. 🙁

Vorausschau:
Der unvermeidliche Abstieg in dieser Saison in die 2. Bundesliga sollte als echter Beginn des Aufbaus einer neuen, hungrigen und mental starken Mannschaft, wo die Spieler nicht nur Marionetten sondern das wichtigste Glied in der Kette des Klubs sind, genutzt werden. Es darf auch ein paar Jahre dauern, aber es muss konsequent und auf stabilem Niveau geschehen, denn wer, wenn nicht die hier an der Quelle spielenden Handballer hat die Möglichkeit, sich auf sportwissenschaftlich begleitetes Training zu berufen. Die Deutsche Hochschule für Körperkultur hat den Grundstein gelegt und der Fundus existiert noch, man muss ihn nur nutzen.
So einfach ist das.

© 2025, casus


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