Der Politische Asche-Mittwoch, Folge 28 ‘Störe meine Kreise nicht’

Schon die Urlaubsplanung für nächstes Jahr gemacht? – Nein? Na dann, die Auswahl schrumpft und gut gepolsterte Strandkörbe werden rar. Afrika-Urlaub versagt sich von selbst, viel Sonne aber wenig Wasser, nette Menschen aber ansteckende Krankheiten. Fernost-Urlaub ist von tektonischen Unsicherheiten und politischen Unwägbarkeiten geprägt, Asien-Reisen sind der reinste Stress und die Mauer ist einfach zu lang. Bleibt das Land hinter dem Großen Teich, doch mal eine Flasche Bier vor dem Supermarkt zu trinken während heimlich nach den Sheriff gelugt werden muss, ist nicht so mein Ding. Nahost käme in Betracht, das palästinensische Kulturerbe hat zwar jetzt UNO-Status, aber wirklich friedlich geht anders. Noch.
Die Reise zum Mittelpunkt mitteleuropäischer Erholungsgelegenheiten wird zunehmend schwieriger, da auch mein Vorrat an Drachmen stark dezimiert und die neu-griechische Demokratie mir unheimlich fremd ist.
FDP-Brüderle hat es gestern auf den Punkt gebracht, die Menschen auf der Straße – er meint den griechischen Plebs – verstehen doch gar nicht, worum es bei Staatsanleihen, Schuldenschnitt und Haushaltkonsolidierung geht. Irgendwie gehen dem deutschen Polit-Michel und seinesgleichen da jetzt hammerhart der Arsch auf Grundeis. Wohl die Rechnung ohne das griechische Volk gemacht, Herr Eins-Komma-Drei-Prozent?
Na, nicht doch gleich weinen, es wird schon nicht so schlimm werden, zur Not wird ein zweites oder drittes Mal abgestimmt, zwischendurch eine große Koalition gebildet, die zwar auch das Volk nicht repräsentiert aber immerhin eine satte Mehrheit im Parlament hat. Irland, Tschechien… ist ja noch in frischer Erinnerung.
Wozu die Griechen auch fragen? Hauptsache die schönen Buchten mit goldgelbem Sand und azurblauen Lagunen laden weiterhin urlaubswillige Eurozahler an die Mittelmeerküsten. Wegen seiner Milliardenschulden gehört der Landstrich ohnehin eher uns! Also, bitte.
“Störe meine Kreise nicht”, Griechenland.
(c)casus. 2011
Die Karikatur wurde mir freundlicherweise von Harm Bengen zur Verfügung gestellt.
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Herrlicher Kommentar 🙂