Porsche kriegt die Kurve – ein [podcast]

Das Geräusch kommt dir bekannt vor?
Dann hast du ein Problem, denn mit einem Porsche Cayenne Turbo und 276 km/h über die A4 nach Dreden zu jagen, ist kein Kavaliersdelikt.
Sehr höflich und völlig unüblich in der Welt der Schönen und Reichen und DAX-Anführer stand da seinerzeit der Wiedekingsche Grundsatz “Luxus und Subventionen passen nicht zusammen”; zuletzt auf der IAA 2007 in die Fernsehkameras verlautbart.

Dabei hat uns aller Wendelin die Kurve für den schnieken Straßenflitzer durchaus sauber hinbekommen.
Von 1992 bis 2007 steigerte er den Marktwert der Premiummarke von schlappen 300 Millionen umgerechneten auf 25 Milliarden richtige Euro. Geholfen hat es ihm nicht. Mit dem Verlassen der Vorstandsetage als Ex-Chef verließen auch (scheinbare) Moral und Anstand den Luxuswagenbauer.

Gestern schlugen nun vier Herren (man beachte die versprochene freiwillige Frauenquote) mit ihrem extra für diesen Auftritt geschmiedeten und gravierten Hämmerchen das Sparschwein Leipzig auf den Kopf, was als Grundsteinlegung für den Werksausbau im Norden der Stadt gewertet wurde.
Neu-Porsche-Chef Müller, Aufsichtsratschef Porsche und natürlich des Freistaats Landespapa Tillich, der keine Einweihungsparty auslässt, hämmerten gemeinsam mit Leipzigs Jung-Bürgermeister was das Zeug hält. Der Grundstein ging davon nicht zu Bruch, doch der Stein des Anstoßes erlitt eine herbe Delle im Genick. Der Ausbau des Betriebsgeländes soll aus Steuermitteln mit einem zweistelligen Millionenbetrag gepusht werden, Steuern, die wohl fast ausnahmslos der Teil der Bevölkerung zahlt, der sich lebenslang keinen Flachmann auf vier Rädern leisten wird können.
“Wir werden für die Werkserweiterung Fördermittel beantragen, wir sind ein betriebswirtschaftliches Unternehmen, das auf seine Kosten achtet” pusten Müller und sein Sprecher den Stadt- und Landesoberen ins immer offene Ohr.

[podcast] 3:15 min.


Was bitteschön ist ein Porsche?
Steigen wir also gemeinsam um. Für einen richtigen Mann muss die unendlich lange Motorhaube ohnehin in einem riesigen Stern enden.
(c)casus. 2011

Die Karikatur wurde mir freundlicherweise von Harm Bengen zur Verfügung gestellt.
Dies ist ein [podcast] für rockradio.de, GEMA-/GVL-Pflicht erfüllt.


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