Der Politische Asche-Mittwoch, Folge 19 ‘9/11 und die theoretische Verschwörung’
Vom schwierigen Umgang mit einer unmöglichen Möglichkeit

In wenigen Tagen wird in den auflagenstarken Zeitungen und Zeitschriften, in den beherrschenden Rundfunk- und Fernsehstationen und in zahlreichen filmischen Rückblenden und Reports eines Ereignisses gedacht werden, das wie kein zweites den stark strapazierten Begriff des internationalien Terrorismus verkörpert und dabei ‘international’ auf ‘außer-westlich’ reduziert.
10 Jahre nach der gewaltsamen Zerstörung zweier der sieben Türme des World Trade Centers sind Ursachen und Hintergründe dieser Tat, die 3.000 Menschen das Leben gekostet hat, unaufgeklärt. Die bislang kolportierte offizielle Version, dass 19 arabische Hijacker mit Teppichmessern zwischen den Zähnen Passagierflugzeuge gekapert und in die Twintowers gesteuert haben, ist genauso abenteuerlich wie unbewiesen, ebenso unbelegt ist eine bewusste CIA-Inszenierung.
Berufen wir uns also auf das, was feststeht und von niemand in Frage gestellt wird.
60 Jahre nach Pearl Harbor gibt es keinen Zweifel mehr daran, dass der US-Präsident seinerzeit über den bevorstehenden Überfall informiert war und eine Angriffswarnung verhinderte, um die öffentliche Meinung für einen Kriegseintritt gegen Japan nicht zu gefährden. 2.000 US-Soldaten starben.
Die Kriege gegen den Irak und Afghanistan sind militärisch ein Fiasko, waren aber Voraussetzung für die gewaltsame Neuordnung des Nahen Ostens. Gedeckt durch massive Bombardements errichteten und betreiben die USA in der Region inzwischen mehrere große Militärbasen, die ihnen dauerhaft zur Vefügung stehen und die für eine Absicherung der riesigen Ölgebiete im Raum unentbehrlich scheinen. Eine Parallele?
Zu wirklichen Symbolen der westlichen Welt wurden die beiden großen Türme des WTC erst nach ihrer Zerstörung. Sie waren bis dahin bei den New Yorken eher ungeliebt, galten als architektonische Fehlleistung. Die Bedeutung als doppeltorige Kathedralfassade oder der Vergleich mit mittelalterlichen Stadttoren wurde ihnen erst später angedichtet, der japanische Architekt hatte damit wohl wenig im Sinn. Dazu kam, dass ihre Errichtung in eine Zeit fiel, in der in New York ohnehin Raubbau an historisch gewachsenen Gebäuden und ganzen Stadtteilen betrieben wurde. Die berühmte Penn-Station war abgerissen worden, ein beliebter Stadtteil zerstört. Unfassbar für viele New Yorker.
Die Vereinigten Staaten und speziell New York sind heute nicht mehr das freie Land einer freien Welt, das sie einst so begehrlich für Einwanderer aller Coleur gemacht hatte. Noch Mitte der 1980er Jahre war es überhaupt kein Problem, das Schiff im Hafen zu verlassen und sich unter die Städter, ich war damals in Boston, zu mischen. Man war sofort einer von ihnen, stolz zeigten sie uns ihre Stadt.
Das ist Geschichte. Der 11. September 2001 hat die Menschen, hat das gesamte Land verändert. Misstrauisch werden Fluglisten und Kontodaten weltweit beäugt, kritische blogs mitgelesen und verschlüsselte e-mails geknackt. Freiheitshelden, auf die man noch vor einigen Jahren Stolz gewesen wäre, werden heute zu einer nationalen Gefahr hochstilisiert und mundtot gemacht. Eddie Clontz† stünde auf der FBI-Fahndungsliste ganz oben.
Im Juli 2001, zwei Monate vor den Flügen der Boings mit Endstation New-Yorker-Hochhauskomplex, wurde der später zum Drahtzieher gemachte Osama bin Laden in einem amerikanischen Krankenhaus in Dubai wegen eines schweren Nierenleidens behandelt und die Wahrscheinlichkeit, dass er an den Folgen dieser Krankheit im Dezember 2001 starb, wird aus wie immer gut unterrichteten Kreisen bekräftigt.
Welchen Anteil bin Laden auch spielte, dem antiwestlichen Terrorismus musste ein Gesicht verpasst werden, eins, in das man zu gegebener Zeit reinschlagen konnte. Die Kommandoaktion gegen ein Buschhaus an der pakistanischen Grenze jedenfalls hat außer einem uns abgewandten Playstation-Bildschirm nichts bewiesen. Ein paar unbestätigte Meldungen zu aufgefundenen Dokumenten, eine offenbar auf der Stelle erschossene Großfamilie und eine unauffindbar im Teich versenkte Männerleiche. Wie lobe ich mir da doch die römischen Kriegsherren, die brachten die abgeschlagenen Köpfe ihrer Gegner auf Spieße gepflanzt als Beweis und als Zeichen ihrer heroischen Heldentat mit nach Hause oder kreuzigten sie gleich zu tausenden entlang der Via Appia.
Die wohl eindrucksvollste 9/11-Interpretation hat Sean Penn in gut 10 Minuten verpackt.
Lies nach…: movienetfilm.de
Schau nach…: youtu.be
Vor 5 Jahren veröffentlichten Anneliese Fikentscher und Andreas Neumann vom Verband Arbeiterfotografie in der Neuen Rheinischen Zeitung einen Beitrag unter der Überschrift ‘Durch Wiederholung zur Wahrheit‘. Wahrscheinlich aber 45 Jahre zu zeitig, denn heute, weitere fünf Jahre später müssen wir noch immer 40 Jahre auf das Öffnen der Dossiers vom 11. September 2001 warten, vielleicht auch für immer vergeblich…
Den im Beitrag angesprochenen Film ‘Loose Change‘ kann man ebenfalls im Netz ansehen (9 Folgen a ca. 10 Minuten, hier die deutsche Synchronisation) oder als Doppel-DVD bei amazon.de kaufen.
(c)casus. 2011
Fotos: New York Library Divisions, Archiv
Ergänzung vom 06. September 2011:
Die oben erwähnte US-Sicherheitsstudie von 1999 ‘Emergency Response to Terrorism Self-Study’ kann hier nachgelesen werden (PDF), das handschriftliche Pendant von 1997 (noch interessanter!) gibt es als PDF hier, Quelle: Centro de Informatión en Salud y Desastres, Unan-León, Nicaragua. Aus den Jahren 2002-2004 werden hier weitere hochbrisante Sicherheitsdokumente der US-Behörden veröffentlicht (Notfall- und Evakuierungspläne…). Einfach den link um ‘pdf/’ ergänzen oder durchklicken.
Entdecke mehr von cc_blog
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.
