Der Politische Asche-Mittwoch, Folge 17 ‘too big to fail’

Was passiert da eigentlich auf der anderen Seite des Großen Teichs?
Geld, Schulden (vor allem Schuldenobergrenze), Kredite, Zinsen, Rating… Spinnen die Amis jetzt total?
Und wieso hat ein Land, das seit Jahren auf Pump lebt, eine ratingagenturenzugesicherte Bonitätsspitzennote AAA?
Der demokratisch gefärbte Ausweg aus der Ausweglosigkeit beinhaltete (Vergangenheit wohlgemerkt) Reichensteuer und Ausgabenkürzung. Die teapartydominierte, republikanisch-erzkonservative Verhandlungsvorgabe dagegen ausschließlich Ausgabenkürzung. Und zwar bei Sozialleistungen und Ausgaben im Gesundheitssektor.
Obama wurde am letztmöglichen Einigungstag die Luft so knapp; er sah keinen Ausweg mehr und unterschrieb! Was? – Das wird sich in kurzer Zeit zeigen.
Dabei gab es Alternativen – und zwar zu Beginn seiner Amtszeit. Zu einem Zeitpunkt, als seine sich demokratisch nennende Demokratische Partei in allen Kammern des Kogresses wenn auch nicht satte, so doch immerhin Mehrheiten hatte. Diese Phase hat der amtierende US-Präsident jedoch mit Wortbruch und mehr statt weniger Kriegstreiberei verbracht. Nun zahlen Millionen wenigerprivilegierte Amerikaner den Preis ihres säumigen Präsidenten. Kaum anzunehmen, dass dies seiner Popularität zudringlich ist.

Schon fordert das russische Pendent Putin eine starke Währung neben dem schwächelnden Pump-Dollar. Den Euro kann er nicht meinen, der erweist sich derzeit ja ebenfalls als Puppenladenpapiergeld. Und der Rubel – ach, vergiss es. In der im Internet veröffentlichten Putin-Rede spricht der Regierungschef und Medwedew-Suffleur von den USA als ‘Finanz-Parasiten’, die die ‘Weltwirtschaft ins Wanken’ geraten lassen. Also wieder Geld und Gold.

Die Kompromiss genannte Einigung ist kein Kompromiss.
Die Republikaner haben sich mit nahezu all ihren Forderungen durchgesetzt und ihre selbstgesteckte Zielgerade bis zur Präsidentenwahl 2012 so steinig wie möglich für den Amtsinhaber hinterlassen. Wenn auch die Schuldenobergrenze wohl nicht noch einmal auf die Tagesordnung kommt kurz vor der Wahl, so ist der Versöhnungspräsident längst kreditunwürdig, bei Banken wie beim amerikanischen Fußvolk.
Ziel erreicht, Präsident tot.

Doch Vorsicht; ‘too big to fail’ – zu groß um zu scheitern!
Wenn es auch nicht auf Obama zutrifft, dann vielleicht doch auf den US-Dollar.
Das ins Stammbuch des künftigen russischen Wiederpräsidenten.
(c)casus. 2011

Die Karikatur wurde mir freundlicherweise von Harm Bengen zur Verfügung gestellt.


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