Der Politische Asche-Mittwoch, Folge 16 ‘Das Internet gehört verboten’

Man muss es wohl der zunehmenden Erwärmung und dem allgemeinen Hitzestau in deutschen Politkreisen anrechnen, wenn bei jeder sich bietenden Gelegenheit nach dem Polizeistaat gerufen wird.
“Die Tat wurde im Internet geboren”, so poltert es allen Ernstes aus der Uhl-CSU. Dabei glaubte ich bisher, im Biologieunterricht gut aufgepasst zu haben und war der Meinung, dass die Geburt der weiblichen Spezies vorbehalten ist. Und außerdem, wo hat das Internet seine Gebärmutter? Dass die Fruchtblase in Bayern geplatzt ist, habe ich ja schon verstanden. Wenn mir jetzt Frau SPD-Nahles, die mehr Internetpolizisten fordert, noch die Klitoris zeigt, kann ich aus dem Internet vielleicht noch ein paar Geheimnisse herauskitzeln. Aber Vorsicht, nicht zu dolle krabbeln, sonst bekommt das Internet noch Zwillinge.
Vielleicht sollten die Herrschaften allsamt ihre Doktorarbeiten künftig von Experten abschreiben lassen, denn zuviel Blödsinn verträgt auch der Durchschnittsmitläufer nicht, zumindest nicht auf Dauer. Zur Not kann man ja immernoch ein paar Luftblasen in der CDU platzen lassen. Das notwendige Handwerkszeug ist leicht beschaffbar, siehe CDU-Werbemittelkatalog zu den Landtags- und Kreistagswahlen 2011, Seite 40 (Kleinwerbemittel für Große).

Konstruierter Anlass für die Auslassungen deutscher Politiker ist momentan das fürchterliche Massaker, das ein Norweger unter der Zivilbevölkerung seines Landes angerichtet hat. Es hätten auch die Informationen zum Panzerdeal mit den Saudis oder die Kriegsberichterstattung aus Afghanistan sein können, die über das Internet bekannt wurden und die in den Massenmedien so gern verschwiegen werden.
Von ‘geisteskrank’ bis ‘Einzeltäter’ – alle Argumente werden in Stellung gebracht und auch der Kampf gegen den internationalen Marxismus darf nicht fehlen. Insofern ist geisteskrank durchaus gerechtfertigt!
Kein Wort von permanenter Medienhetze gegen Andersaussehende, Andersdenkende, Anderssichverhaltende.
Kein Wort von politischem Schubladendenken und billigem Populismus gegen alles, was Alternativen für eine freie Entwicklung der menschlichen Gesellschaft aufzeigt, die Menschen und nicht das Kapital in den Mittelpunkt allen Tuns stellt und sich den Auswüchsen ideologieverkrampfter Gehirnmutationen in den Weg stellt.

Die Natur hat uns eine einmalige Chance auf Dasein und Erkenntnis eingeräumt; wir sind drauf und dran, diese zu verzocken.
Wegen Dreidollarfünfzig!
(c)casus. 2011

Die Karikatur wurde mir freundlicherweise von Harm Bengen zur Verfügung gestellt.


Entdecke mehr von cc_blog

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.