Der Bus stolpert!



Was haben diese beiden Fotos gemein?
Auf den ersten Blick nichts? Tatsächlich muss man schon enorm konstruieren, um eine Gemeinsamkeit herzustellen.
Links findet sich ein alltäglicher Winterfoto-Schnappschuss aus der Leipziger Otto-Schmidt-Straße. Der Straßenbelag hebt sich da schon mal ein paar Dutzend Zentimeter und hinterlässt Spalten, in denen ganze Rattenhorden überwintern könnten. Auf dem rechten Foto ist ein defekter Stoßdämpfer abgebildet, fotografiert gestern an meinem ‘Sternchen’ direkt beim Reifenservice. Der Dämpfer hat zwar auch unter den hiesigen Straßenverhältnissen gelitten, defekt ging er aber, nachdem die Winterbereifung von genau diesem Reifendienst falsch aufgezogen wurde: die breiteren 245/40 vorn und die schmalen 225/40 hinten! Ratter, ratter … Gummi vs. Stahl; wer gewinnt? Gut zu sehen.
Interessant ist nun allerdings, kann man beiden Tatsachen begegnen?
Warum gelingt es uns nicht, einen Straßenbelag zu entwickeln, der Witterungseinwirkungen gegenüber nahezu unempfindlich und trotzdem bezahlbar ist? Hauptursache der ‘Zerstörung’ ist angeblich das Wetter. Kleine Risse laufen voll Wasser, bei niedrigen Temperaturen gefriert dies, dehnt sich aus und sprengt den Belag. Muss man doch einfach nur dafür sorgen, dass entweder kein Wasser eindringt oder es entsprechend ablaufen kann. Zweiteres könnte eine Art Lochasphalt bewirken, der ähnlich Rasengittersteinen verlegt wird. Die Gitter engmaschiger, optisch trotzdem eine geschlossene Decke, mit integrierten Wasserablaufkanälen. Die technischen Details sollen Experten ertüfteln. Aber ist ein Ansatz.
Den ersten Weg gehen Ingenieure von ->Nano Sky aus München. Sie entwickeln eine Zaubermixtur a la Harry Potter, ein Gemisch aus Polymeren, Latex und Siliziumdioxid, das sogenannte NanoterraSoil (NTS), das bereits Praxiserfahrung an der Brennerautobahn erlangt hat und sich mittlerweile bis Sibirien, Libyen, Algerien und Tunesien herumgesprochen hat.
Wo die Entwicklung hingeht und ob überhaupt Interesse an einer nicht-löchrigen Straße besteht, wird die Zukunft zeigen. Defekte Straßenbeläge sind ja auch ein enormer Wirtschaftsfaktor! Warum also an dem Ast sägen, der unser schönes Baumhaus trägt?
Fotos: casus. 2010/2011


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2 Kommentare

  1. dickndidi

    hier in mittelhessen haben wir auch so straßen, da wird dann einfach die höchstgeschwindigkeit für motorräder auf 30km/h gesenkt und gut ist.