qui prodest … Unister
Unister – eine Leipziger Internetfirma mit diversen Kundendienstportalen, steht seit einigen Wochen auf dem Index der Behörden. Von der Steuerbehörde bis zur Sächsischen Staatsanwaltschaft wird mit großem, auch personellen Aufwand ermittelt und die lokale Presse, von Bild bis LVZ berichten in Schlagzeilen- und Leitartikelmanier.
Diverse Manager und Mitarbeiter der Firma wurden laut polternd verhaftet und kurz drauf kleinmütig wieder freigelassen. Die Ergebnisse reichen bis dato aber nicht über immer wiederkehrende Vermutungen und unbelegte Behauptungen hinaus. Doch das Süppchen muss am Kochen gehalten werden.
Fragt sich der interessierte, aber unbeteiligte Leipziger doch, warum? Wem nützt es? Wer profitiert?
Heute, am 31. Januar 2013, der nächste Aufguss.
In übergroßen Lettern titelt die LVZ und zitiert den Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft. Schweres Geschütz wird aufgefahren.”Die neuen Anschuldigungen sind schwerwiegend: Unister soll Kundendaten an Drittfirmen verkauft haben…” und “‘Die Unister-Kunden wussten von der Weitergabe ihrer Daten nichts’, berichtete Klein.
Kein Wort davon, dass Adresshandel in Deutschland ein legales Geschäft ist (auch wenn es vielen und unter anderem mir überhaupt nicht passt) und dass die Unister-Kunden im Bestellprozess ihre Zustimmung zu “Werbung durch Partnerfirmen” geben und ausschließen können.
Stellen wir das Ganze mal auf wertfreie Beine und kontaktieren die deutsche Wikipedia zum Thema Adresshandel:
“…Adresshändler bieten am Markt sowohl selbst aqkurierte Adressen als auch Fremdadressen an. Die Fremdadressen stammen aus den Kundendatenbanken von z. B. Versandhändlern, die ihre Kundenadressen im Rahmen des Listenprivilegs für Werbezwecke unter Beachtung der Vorgaben durch das Bundesdatenschutzgesetz an Dritte herausgeben können. Eine Zustimmung der Betroffenen ist nicht erforderlich…”
Wie jetzt?
Irgendeiner hat hier weitergehendes Interesse. Es bleibt spannend. Zumindest solange Unister am Leben ist. Denn “Affe tot, Aufgabe erledigt”. Qui prodest.
(c)casus.2013
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