Historische Brückenbauten müssen weichen! (Nokia-Pano)

Wer fotografiert und schon mal in Berlin oder Hamburg war, hat sie mit großer Wahrscheinlichkeit auf Zelluloid oder Speicherchip gebannt – die historischen, stahlkonstruierten Brückenbauten; die Hamburger Elbbrücke mit ihren gegenläufigen Stahlschwingen, die Brooksbrücke, in Berlin die Glienicker (Stichwort Agentenaustausch oder auch Menschenhandel) und die Weidendammer Brücke als Beispiel.

Auch Leipzig kann mit teilweise gut erhaltenen Stahlkonstruktionen dienen, die an die Zeit der Industrialisierung erinnern. Oder sollten wir besser – erinnerten – sagen.

Denn es gibt einen unbegründeten Wahn, diese historisch einmaligen Brückenbauten reihenweise abzureißen, zu verschrotten und durch Einheits-Betonkonstrukte zu ersetzen. So erst wieder zum Jahreswechsel 2011/2012 am S-Bahnhof Stötteritz, wo drei der fünf erst kürzlich restaurierten Stahlkonstruktionen dem Hochofen zugeführt wurden.

Ein unwiederbringliches Baudenkmal wird in den kommenden Jahren aus dem Leipziger Stadtbild verschwinden: Die Eisenbahnüberführung über die Berliner Straße/Rackwitzer Straße.
205 Meter industrielles Gewissen werden für immer beseitigt; Künftiges wird kaum an ingenieurtechnische Meisterleistungen zu Beginn des 20. Jahrhunderts in der Messestadt erinnern. Der eine oder andere Stahlbogen und die eine oder andere gelbe Fliese sollen nach den Vorstellungen der Rathausverantwortlichen erhalten bleiben. Ein Ritterschlag für die Deutsche Bahn AG.

Auch eine kleine technische Meisterleistung hat mein Nokia-Telefon heute vollbracht. Mangels richtigem Fotoapparat hat das Handy ein Panorama zwischen Beton, Teer und Stahl abgelichtet.
Gruß an die Finnen, die zwar überall nur nicht zu Hause fertigen lassen, jetzt aber immerhin ein Leipziger Phänomen weltweit besichtigen können.
Auch in Berlin und Hamburg.
(c)casus. 2012
Foto: casus (Nokia 701 mit Pano-app)


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