Peter und der Wolff (Leipzig, ein Sommermärchen)

Um es gleich vorwegzunehmen, sie geht gut aus, die Geschichte vom bösen Wolff und dem unschuldsgleichen Peterchen.
Natürlich geht sie gut aus. Leipzig, ein Sommermärchen! Und, ach nein, so böse ist der Wolff doch gar nicht; er verstellt sich nur ein wenig, frisst etwas Kreide und setzt sich ein Sahnehäubchen auf, um an das Fell der guten, lieben Oma zu kommen.
Die Kreide ist wichtig, sonst würde ihn jeder auf Anhieb entlarven. Der Ärmste.
So stehts geschrieben, so wirds gespielt, so wirds gesungen – seit 75 Jahren. In diesem musikalischen Märchen von Sergej Prokofjew und in allen anderen Märchen, die das Leben auch heute noch schreibt.
Ach wie lustig und laut möge es da ablaufen, wenn jedes Tier auf seinem Instrument den Waldbewohnern das Hohelied der Musik beibringt und wenn alle gemeinsam ins Horn blasen.
Nein, das geht ja gar nicht, ins Horn bläst nur der Wolff und kann damit für sich in Anspruch nehmen, der Ober-Wald-Krach-Musik-Macher zu sein.
So sagt es sein Schöpfer und niemand hat dem bis heute widersprochen.
Der Rest des Märchens ist bekannt und beliebt und weil genau wie im richtigen Leben das Gute siegt und das Böse seiner gerechten Strafe nicht entgeht.
Peter rettet den Wolff vor den aufgebrachten Jägern und im Triumpfzug begleiten die Waldbewohner den Wolff in den Zoo. Dort gehört er hin und wehe, er steckt seine vorlaute Schnauze noch einmal aus der Tür hinaus und belästigt die friedlichen Tiere der classisch offenen Waldrandsiedlung.
Fröhlich spielen diese nicht nur alljährlich im August auf ihrer Querflöte, den Kastagnetten, dem Triangel, der Oboe und Klarinette, dem Fagott, der Trompete, Posaune und der Pauke.
Und wenn ihnen nicht die Noten ausgegangen sind, dann spielen sie auch in den nächsten 17 Jahren zur Freude und Erholung aller Waldbewohner ihr Spiel aus Liebe, Lust und Lebensfreude.
(c)casus. 2011
(c)Zeichnung: unbekannt, Montage: casus
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