Der Politische Asche-Mittwoch, Folge 1

Der Politische Asche-Mittwoch, Folge 1 – ‘Die Kleingarten-Umweltzone


Wieder alles nur Asche gewesen, was die letzte Woche durch den elektronischen Blätterwald gesäuselt kam?
Blätterwald??? – Ach ja, da war doch was. Fernab jeder bundes- oder gar europapolitischen Richtungsweisheit traf das Leipziger Grünflächenamt eine folgenschwere Entscheidung. Nachdem in den Bürostuben trotz ausgiebigem Vormittagsschlaf die Erkenntnis reifte, dass die Grünen, also die, die sich so nennen, wieder einen halben Prozentpunkt mehr Bürgerzustimmung erhalten würden im Falle des Falles, war Handeln angesagt.
An die Leipziger Kleingärten erging die Weisung, besonders hervorstechende Sympathisanten empfindlich abzustrafen. Ausgesuchte Gartenlaubenpieper haben bis 30. April ihre Grüngewächse auf 1,60 Meter zu kürzen. Hecken und Koniferen nehmen einfach zuviel Giftstoffe aus der CO2-geschwängerten Leipziger Stadtluft auf und assimilieren ein erhöhtes Maß an Sauerstoff, das über den gesetzlich vorgeschriebenen Höchstwert hinausgeht.
Nun ist es ja nicht so, dass hier ein Urwald wächst; die betroffenen Anlagen haben ausnahmslos gepflegtes Grün, deren Wipfelhöhe die umliegenden Lauben nicht oder nur unwesentlich übersteigt. Auch sagt die aktuelle Gartenordnung irgendwas von 2,50 m und 1,80 m, nichts Genaues weiß man nicht.
Auf jeden Fall müssen die, die dieser Aufforderung nicht nachkommen, mit "Konsequenzen rechnen". Bleiben wir gespannt.
Wie geht es den anderen steuergeldfinanzierten Parteien?
Die christliche Murkel-Union sucht derzeit die richtige Ausfahrt aus dem Kreisverkehr, überall lauern dicke Schlaglochpisten, keine leichte Aufgabe da die Richtung aufzunehmen, lauter Sackgassen. Bei der hiesigen Arbeiterpartei der deutschen Mitte ist offenbar Frühjahrsmüdigkeit eingekehrt, die letzte Meldung
stammt vom 8. April, seit letztem Freitag versammeln sich die Genossen am Kulkwitzer See zum Subbotnik, Aufräumen in Grünau.
Neben den schon erwähnten Bürger-Ökos machen die kleinen, unbedeutenden Polit-Sektoren mehr Druck, als ihnen lieb sein könnte. Die FDP ist mittlerweile so breit aufgestellt, dass sich jede Menge Schlupflöcher ergeben, und wenn es unterhalb der Gürtellinie ist. Jetzt schreibt sie auch noch (ab), die Koch-Mehrin! Die Linken dagegen streiten weiter in den eigenen Reihen und lassen ihre Wähler eher in Ruhe. Permanent werden Papiere verfasst, mal Für mal Gegen irgendetwas. Eine Linie – noch schlimmer – eine rote Linie, ist nicht mehr zu erkennen. Der erhöhte Papierbedarf wird fürderhin durch die wohl eher illegale Beschaffung von Klo-Papierrollen gedeckt, wie Frank-Michael John im Stralsunder Rathaus kürzlich eindrucksvoll unterstrich. Na ja, mehr wert dürfte das darauf Verfasste auch nicht haben?

Belassen wir es vorerst dabei, eine Woche ist schnell rum und nächsten Mittwoch "schaun wir mal", was sich in der Welt der Schönen und Reichen und in der Welt der Schön-Reichen so getan hat.
Kommentare dringend erwünscht 🙂

Die Karikatur wurde mir freundlicherweise von Harm Bengen zur Verfügung gestellt. Vielen Dank, Harm.


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