E10 – eher zäh!

Hau, ich habe gesprochen!
Der sogenannte Benzingipfel war wie zu erwarten tatsächlich der Gipfel. Außer Durchhalteparolen blieben substanzielle Äußerungen und Entscheidungen Mangelware. Als wenn die Erfahrungen der letzten Tage und Wochen im Umgang mit Lügen, Halbwahrheiten und Erfindungen unsere Politiker nicht hätten aufwachen lassen.
Warum also bleibt es weitere Wochen beim Sturen "Der-Verbraucher-versteht-uns-nur-nicht"?
Diese Antwort kann ich hier nicht geben, hinterfragen wir dafür, was für oder gegen E10 jenseits politischer Irrwege spricht.
E10 wird ein Benzin-Ethanol-Gemisch bezeichnet, wobei 90% Super-Benzin 10% Ethanol beigemischt werden. Im momentan diskutierten Fall wird Bioethanol eingesetzt, welches aus Biomasse bzw. aus biologisch abbaubaren Bestandteilen von Abfällen gewonnen wird. Ethanol ist wasserhaltig (daher auch die Diskussion um die Verkürzung der Intervalle für einen Ölwechsel, da das im Kreislauf befindliche Öl verdünnt wird). Außerdem hat Ethanol eine Oktanzahl von 104 ROZ, wodurch der Zündzeitpunkt verändert wird. Diese und weitere Punkte machen eine Modifizierung des gesamten Kraftstoffkreislaufes von benzingetriebenen Fahrzeugen notwendig.
Was unterscheidet Ethanol weiterhin von Benzin?
– Ethanol entzieht Kontaktmaterialien Wasser, so dass in diesem Falle Dichtungen und Schläuche verhärten und porös werden (können):
– Ethanol geht mit Aluminium ätzende Chlorid-Verbindungen ein. Aluminium ist aber durch die angestrebte Leichtbauweise ein reichlich verarbeitetes Material in modernen Fahrzeugen (denken wir nur an Motoren/Zylinderblöcke). Hauptsächlich betroffen sollen laut Herstellerangaben vor allem Benzin-Direkteinspritzer verschiedener Baureihen sein, bei Opel zum Beispiel bis Baujahr 2010! Diese Fahrzeuge sind von vornherein E10-ungeeignet.
– Im Fahrzeug verarbeitetes Blech wird durch die Wasserbindung des Ethanols einer erhöhten Korrosion ausgesetzt, verstärkt bei längeren Standzeiten (Winterpause von Motorrädern oder Cabrios!)
– Unsere Fotomontage zeigt – natürlich krass überspitzt – die Aggressivität von Ethanol gegenüber Lacken. Der Biosprit greift viel leichter als herkömmliches Benzin lackierte Oberflächen an. Mindest-Gegenmaßnahme: Nach jedem Tanken: trocken Nachwischen, auch wenn optisch kein Kraftstoff ausgelaufen ist.
Was bleibt?
Jede Menge unbeantwortete Fragen und trotz politischer Unbedenklichkeitsbeteuerungen kein Persilschein der Hersteller. Im Schadenfall bleibt der Kraftfahrer der Dumme. Aber das ist ja nicht neu.


Demnächst werden wir klären müssen, was es bedeutet, wenn die abiotische Theorie vom nachwachsenden Erdöl (oder noch ausführlicher hier) tatsächlich zutrifft? Dann bricht über Nacht das Lügengebilde von knapper werdenden Rohstoffen und der damit einhergehenden Preisexplosion zusammen. Welchen Einfluss aber hätte die möglicherweise jahrhundertlange Verbrennung von natürlichen (und dann nicht mehr ‘nur’ fossilen) Rohstoffen auf den Zustand unserer Erde und ihrer Atmosphäre.
Fragen, an deren Antworten wir uns demnächst herantasten müssen.
Foto und Montage: casus. 2011
Link: 3sat, Zentrum der Gesundheit


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