1. SOS auf El Amal: Die Trilogie einer Grenzerfahrung
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Es gibt Reisen, die brennen sich tiefer in das Gedächtnis ein als jede Tätowierung. Es sind die Fahrten, auf denen die Grenze zwischen Pflicht und Wahnsinn, zwischen den starren Systemen der Heimat und der rauen Gesetzmäßigkeit der Ozeane kollidiert. Die dreiteilige Saga SOS auf El Amal ist kein weichgespültes Seemannsgarn. Sie ist das Protokoll einer Epoche im Umbruch, erzählt aus der Perspektive des Funkraums – dem hochempfindlichen Seismografen an Bord, an dem die Fäden der Weltpolitik, der Existenzangst und des nackten Überlebens zusammenlaufen.

Im Mittelpunkt steht Caspar, ein Schiffshochseefunker, der die weite See nicht sucht, um Postkartenidylle zu finden, sondern weil dort die Wahrheit des Handwerks noch unbarmherzig regiert. Es ist die Geschichte einer Reise, die am Ende einer sterbenden Welt beginnt und im wilden Vakuum einer neuen Zeit endet.
Teil 1: Das Erwachen im Eis und der Geist der Heimat
Die Reise beginnt auf den Grand Banks vor Neufundland und führt über Boston hinunter in den tiefen Südatlantik. An Bord des hochseetüchtigen Fang- und Gefrierschiff-Riesen Walter Dehmel (ROS 308) ist die Arbeit hart, der Geruch von Fischmehl und Schweiß allgegenwärtig. Doch die größte Bedrohung lauert nicht in den Wellen, sondern im Äther. Wir sind in den 80er Jahren. Während das Schiff Kurs auf die windgepeitschten Gewässer Patagoniens nimmt, beginnt in der Heimat das Fundament zu bröckeln. Die DDR liegt in den letzten Zügen ihres Bestehens. Im Funkraum jagen sich die Meldungen über Wirtschafts- und Währungsunion, über den Zusammenbruch alter Betriebe und das nahende Ende des Kombinats. An Bord regiert das Fieber: Was sind die hart verdienten Devisen wert? Was wird aus den Familien? Caspar fängt das Knistern einer untergehenden Welt ein, während das Schiff gegen die Bürokratie der eigenen Schiffsleitung und die schwindenden Fangerträge kämpft.
Teil 2: Die Fronten der Atommächte und der Verrat im Hafen
Die Jagd nach dem Kalmar treibt die Besatzung bis an die Grenzen der argentinischen Wirtschaftszone. Es ist ein Tanz auf dem Vulkan: Nach den traumatischen Erfahrungen des Falklandkrieges patrouillieren nervöse Kriegsschiffe; nachts blitzen Leuchtkugeln am Horizont. Die Walter Dehmel fischt unter militärischer Beobachtung, eingekeilt zwischen den geopolitischen Fronten zweier Atommächte. Als der finale Befehl aus Rostock eintrifft, ist es eine Demütigung: Der stolze Fangriese wird zum simplen Lastentaxi degradiert. Der wahre Kampf eskaliert jedoch mit dem Einlaufen im Heimathafen Rostock-Marienehe. Die Chefetage des Kombinats bricht das Gesetz und will die Heuer der Männer im Zuge der Währungsunion unrechtmäßig zwei zu eins abwerten. Caspar rebelliert, initiiert einen Flottenaufruf. Doch die Angst frisst die Solidarität – die Kollegen knicken ein, wählen den Spatz in der Hand. Caspar bleibt stur, unterschreibt nichts und zieht an Land in einen monatelangen, einsamen Feldzug gegen die alten Bonzen. Ein Kampf, den er mithilfe der Gewerkschaft ÖTV in zwei Instanzen als Einziger der gesamten Flotte eins zu eins gewinnt. Ein Abschied mit Ecken und Kanten von einer Welt, die sich anders entwickelt als gedacht.
Teil 3: SOS auf El Amal – Das Finale
Im dritten Teil der Saga verdichten sich die Linien. Das Schicksal führt Caspar auf die El Amal, wo das maritime Abenteuer in seiner existenziellsten Form zuschlägt. Wenn der Notruf „SOS“ durch die Seenotwelle bricht, gibt es kein Zögern, keine Bürokratie und keine Ausflüchte mehr. Es geht um das nackte Überleben im Kampf gegen die Naturgewalten, das Versagen der Technik und die menschliche Psyche im Ausnahmezustand. Das furiose Finale einer Trilogie über Männer, die das Meer geprägt hat – und die sich weigern, vor den Stürmen des Lebens den Kopf einzuziehen.

2. Die Kunst des Bestattens
Vom Leben, vom Tod und der Kunst des Erinnerns.

Wer glaubt, Bestatter hätten den ganzen Tag nur mit Toten zu tun, hat vermutlich auch die Vorstellung, ein Leichenwagen sei ein besonders geräumiges Taxi. In 26 Kapiteln plus Bonuskapitel nehme ich Sie mit in eine Berufswelt, in der das Leben manchmal die makabersten Geschichten schreibt und der Tod gelegentlich der Vernünftigste im Raum ist.
Zwischen Trauer, Abschied, Galgenhumor, Kaffee und Leben begegnen wir Menschen, die ihre letzten Wünsche äußern, ihre Angehörigen zur Verzweiflung bringen und selbst im Angesicht der Ewigkeit noch erstaunlich viel Wert auf Kleinigkeiten legen. Da wird gelacht, geweint, geflucht und philosophiert – denn auch hinter einer geschlossenen Sargklappe bleibt die Welt draußen keineswegs stehen. Der Bestatter ist dabei Seelsorger, Organisator, Krisenmanager, Zuhörer und manchmal unfreiwillig auch Familienrichter, während die Bürokratie zuverlässig dafür sorgt, dass selbst die Ewigkeit ihre Formulare braucht.
Mit schwarzem Humor, melancholischen Momenten und einer gesunden Portion Sarkasmus erzählt dieses Buch von den Absurditäten des Alltags, den Eigenheiten der Menschen und den großen Fragen, die wir gern auf später verschieben. Dabei geht es nicht nur darum, wie wir unsere Toten verabschieden, sondern auch darum, wie wir mit den Lebenden umgehen und was von uns bleibt, wenn der letzte Vorhang gefallen ist. Denn zwischen Trauerfeier und Friedhofsordnung, zwischen Tränen und schrägen Einfällen zeigt sich immer wieder: Der Tod ist unausweichlich, aber Würdelosigkeit ist keine Pflichtveranstaltung.
Dieses Buch ist eine Liebeserklärung an einen Beruf, der mehr Menschlichkeit verlangt, als mancher ahnt, und mehr Humor verträgt, als mancher für angemessen hält.
Ein Buch für alle, die wissen, dass man über den Tod nicht immer lachen muss – aber manchmal unbedingt sollte, damit einem das Leben nicht vorher den Humor beerdigt.
3. Das Sterbewerk
31-mal schwarzer Humor, und keiner kommt lebend raus.

Gordon Blöh nimmt Sie mit in eine Welt, in der der Tod sein Handwerk versteht, das Leben aber regelmäßig Pfusch abliefert.
Zwischen Bestattungsinstitut, Friedhof und ganz gewöhnlichem Wahnsinn begegnen wir Menschen, die sterben, lieben, streiten, erben und sich dabei erstaunlich selten selbst verstehen. Mal geht es um Würde und letzte Ruhe, mal um Geld, Bürokratie und die Frage, ob ein Sarg wirklich 399 Euro kosten muss, wenn es das Holzgestell auch für 85 Euro gibt.
Gordon denkt nach, wo andere lieber wegsehen, und findet hinter mancher Tragödie eine Komödie, hinter manchem Witz eine Wahrheit und hinter mancher Wahrheit einen Abgrund. Mit bissiger Satire, schwarzem Humor und philosophischen Seitenhieben seziert er unsere kleinen Eitelkeiten und großen Lebenslügen, ohne dabei den Menschen aus den Augen zu verlieren. Sein treuer Weggefährte Mirko liefert dazu Weisheiten, die so einfach klingen, dass man sich fragt, warum wir eigentlich so kompliziert leben.
Doch zwischen Galgenhumor und Grabesstille geht es nicht nur ums Sterben, sondern um das, was uns zu Lebzeiten verbindet: Liebe, Verlust, Einsamkeit, Würde und die verzweifelte Hoffnung, dass irgendjemand uns wirklich versteht.
Und dann wird Gordon selbst vom Leben daran erinnert, dass auch ein gestandener Mann mit grauen Locken nicht gegen jede Wendung gefeit ist. Denn das Sterbewerk mag viele Antworten liefern, aber für die Liebe gibt es bekanntlich weder Gebrauchsanweisung noch Rückgaberecht.
Ein Buch für alle, die lieber über den Tod lachen, als sich vom Leben den Humor begraben zu lassen – und die wissen, dass morgen auch noch ein Tag ist.
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